In Japan hat “ninjou”, wie viele andere Dinge auch, eine noch weit tiefergreifende Bedeutung: So wird “ninjou” oft verglichen mit “Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenstergiri”, der Dankessschuld, welche das Sich-erkenntlich-zeigen gegenüber den durch andere erwiesenen Erkenntlichkeiten bedeutet.
Jedoch ist “ninjou”, im Gegensatz zu “Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenstergiri”, eine spontane Gefühlsäußerung gegenüber anderen. Ein Mensch, der fürsorglich und liebenswürdig ist, wird als Mensch, der “warm im ninjou” ist, bezeichnet.
“Giri” hingegen ist eine Dankesverpflichtung, die nach hierarchischen Strukturen ausgerichtet ist. Es beschreibt eine unerlässliche moralische Verpflichtung, sich gegenüber einer anderen Person in einem fest vorgeschriebenen traditionellen Kodex erkenntlich zu zeigen.
Bei der Einhaltung von “giri” sind Gefühle der Scham, der Ehre, und die Furcht vor Gesichtsverlust maßgeblich. Als äußerstes Zeichen der Ehre bei der Erfüllung von “Giri” betrachteten es Samuraikrieger, ihr Leben zu lassen.
Die Erfüllung dieser Dankespflicht prägte jahrhundertelang das ganze Leben des Individuums, so wurde um ihretwillen Verlußt von Besitz, Familie und Leben in Kauf genommen.
Es ist nicht verwunderlich, dass es bei Japanern häufig zu einem Konflikt zwischen “ninjo” und “giri” kommt. Da die japanische Gesellschaft zum Gelingen einer größeren Aufgabe jedoch lange Zeit nicht die Interessen des Individuums, vielmehr die der Allgemeinheit berücksichtigt hat, und der Einzelne lediglich als Teil eines Ganzen angesehen wurde, mussten Gefühle, persönliche Interessen oder Ansichten unterdrückt werden und haben an Bedeutung verloren. So werden Entscheidungen, nach Abwägung aller “ninjou”-Argumente, meistens nach “giri” getroffen.
Dennoch sind “ninjou” und “giri” von höchster Bedeutung für das Harmonieempfinden in der japanischen Gesellschaft und werden seit vielen Generationen aufrecht erhalten.




