Die Insel Miyajima

Miyajima; (jap. 宮島;, wörtl. Schrein-Insel; anderer Name: 厳島; itsukushima) gehört zusammen mit Amanohashidate und Matsushima zu den drei schönsten Landschaften Japans. Die Insel liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von Hiroshima unmittelbar vor der Küste von Honshū in der Seto-Inlandsee und ist ca. 30 km² groß. Auf ihr befindet sich Miyajima-cho (宮島町), eine Kleinstadt mit ca. 2.000 Einwohnern.

        Wegbeschreibung nach Miyajima

        vom Hauptbahnhof Hiroshima aus mit der JR Sanyo-Linie (Gleis 1) bis Miyajima-guchi oder mit der Strassenbahn Linie 2 bis Hiroden-Miyajimaguchi. Von dort 2-minütiger Fußweg zum Fährenhafen. Zwei Fährgesellschaften setzen dort ca. alle 15min. zur Insel über: Matsudai und JR (interessant vor allem für Inhaber von JR Railpässen)

        Miyajima

        In der Vergangenheit durfte es auf Itsukushima weder Geburten noch Todesfälle geben, da beides als Zustand der Unreinheit gilt, und noch heute müssen Tote auf die Hauptinsel gebracht werden.
        Der Shamoji (hölzerner Reislöffel) ist eines der populärsten Souvenirs der Insel Miyajima. Dessen Herstellungsmethode wurde während der Edo Periode von einem buddhistischen Priester namens Seishin entwickelt. Seine Form ist die einer Biwa, einem lautenähnlichen Musikinstrument, das mit Benzaiten, einem der sieben Glücksgottheiten in Verbindung gebracht wird.
        Hier auf Miyajima wurde der Reislöffel erfunden. Das Besondere daran: Hier hat ein Mönch entdeckt, dass das Holz aus Miyajima besonders arm an ätherischen Ölen ist (Zypressenholz?? Zelkova-Holz?). Das Holz verdirbt nicht den feinen Geruch des Reises, geruchsneutral und hitzebeständig. Beliebter Exportartikel seit dem 14. Jhdt., heute als Souvenir-Artikel mit Schutzsprüchen. In der Hauptstraße des Dorfes wird der größte Reislöffel der Welt ausgestellt, 270 Jahre alt, 8 Meter lang, 2,5 Tonnenschwer und aus Zelkoven-Holz (=japanische Ulme) gefertigt.
        Die großen werden auch zur Dekoration, als Glücksbringer oder eben als Souvenir benutzt. Wer schon immer mal an die Anschaffung eines Reislöffels dachte – Wenn nicht hier, wo dann?

        Kulinarische Spezialitäten:

        • Austern (Kaki), vor allem gegrillt oder überbacken
        • Anago (Meeraal-Wurst am Spieß, gegrillt)
        • Momiji-Manjû: Mit süßem Azukibohnenmus (Ankô) gefüllten
        • Kuchen in Ahornblattform

        Der  Itsukushima Schrein

        Der Itsukushima-Schrein gilt als eine der drei bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Japans und wurde als UNESCO Weltkulturerbe ausgezeichnet. Die Anlage befindet sich auf der kleinen Insel Miyajima in der Bucht von Hiroshima.
        Es war schon eine faszinierende Idee, einen Schrein in das Meer zu bauen. Einen eindeutigen Grund dafür kann man heute nicht mehr angeben, aber es gibt zwei mögliche Erklärungen. Zum einen ist der Schrein der Göttin des Meeres geweiht und man wollte vielleicht einen mythologischen Rygu jo (Drachen-Palast) bauen. Oder der Schrein sollte den buddhistischen Glauben vom “reinen Land” widerspiegeln, nach dem die Seelen Verstorbener in Booten ins Gokuraku Jodo (Paradies, buddhistisches reines Land) gelangen. Itsukushima bedeutet wtl. “Tabu-Insel”, was auf die besondere Heiligkeit dieses Ortes hinweist. Früher bestand hier ein “Bau-Tabu”, es durften keine Bauwerke auf der Insel errichtet werden. Auch durften Bürgerliche die Insel nicht betreten.
        Die Hauptgebäude des Itsukushima-Schreins ruhen daher direkt vor der Insel auf erhöhten Plattformen, deren Pfeiler bei Flut im Wasser stehen, so dass die ganze Anlage zu schwimmen scheint. Die Gesamtlänge der Gänge ist über 300 Meter. Kunstwissenschaftler nennen diesen Architekturstil Shinden-Zukuri. Übersetzt: Palastbaustil der Heian-Zeit. Ein Charakteristikum dieses Stils ist, dass um das Hauptgebäude herum symmetrisch links und rechts eine Vielzahl von Gebäuden, mit Gängen untereinander verbunden, arrangiert werden.

        Der Hauptschrein soll im Jahre 593 von Saeki-Kuramoto errichtet worden sein. Eine erste Nennung des Itsukushima Schreines in der japanischen Geschichte erfolgte im Nihon Koki (Anmerkungen zu Japan) datiert um 881, zusammen mit anderen berühmten Schreinen. Während der Ära der Taira-no-Kiyomori wurde er für den Heike-Clan ungefähr 1168 zum Familien-Schrein. Als die Macht des Heike-Clans größer wurde, stieg auch die Anzahl der Schreinbesucher und er wurde auch unter den Mitgliedern des Kaiserhofes bekannt. Der Kaiser und sein Hof statteten dem Schrein immer öfter Besuche ab. Bugaku, uralter japanischer Hoftanz, wurde in dieser Zeit oft hier aufgeführt. Sogar nach dem Fall des Heike-Clans behielt der Itsukushima Schrein seine Popularität.
        Der Itsukushima-Schrein wird erstmalig erwähnt im Jahre 593. In einer heute ähnlichen Form wurde er von der einflussreichen Familie Taira im Jahre 1118 gebaut. Die Familie Taira hat den Schrein gestiftet, um den Gott des Meeres Susanô für sich gewogen zu halten. Das Heiligtum ist den drei Töchtern von Susano-o-no-Mikito geweiht. Und je mächtiger die Familie Taira wurde, desto mehr Besucher zog der Schrein an, so dass die Berühmtheit des Schreins im 12. Jahrhundert sogar bis nach Kyoto drang und den Kaiser zu einem Schreinbesuch veranlasste.

        Ironischerweise haben aber dann die Taira ausgerechnet in einer großen Seeschlacht gegen die Minamoto 1175 verloren. Die Minamoto haben dann einige Jahre später den Shoguns-Regierungssitz nach Kamakura verlegt. Nach dem Fall der Familie Taira, wurde der Schrein von anderen Familien übernommen, die ihn weiter ausgebaut haben. Er wurde mehrmals von Taifunen zerstört und glaubt man alten Aufzeichnungen, so war es um 1325, dass der Schrein in der heute noch vorliegenden Art wiederaufgebaut wurde.
        Von der Kamakura-Epoche bis zur Zeit der Bürgerkriege, als die politische Situation instabil war, nahm der Einfluß des Schreins ab und er wurde allmählich abgelehnt. Als Mori Motonari 1555 den Kampf von Itsukushima gewann, kam der Schrein unter seine Kontrolle und kam wieder zu Ansehen. Toyotomi Hideyoshi besuchte während einer Reise nach Kyushu den Schrein und ordnete den Bau einer großen Bibliothek für buddhistische Sutras an.

        1996 wurde der Itsukushima-Schrein in die Liste des Weltkulturerbes der Vereinten Nationen aufgenommen. Im Jahr 2004 wurde der Schrein durch einen Taifun schwer beschädigt, Reste der Aufräumarbeiten sind noch zu sehen.

        Der Schrein und das Torii wurden 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
        Anfang September 2004 zerstörte ein schwerer Taifun einen großen Teil der Schreinanlage, die Gebäude wurden jedoch rasch wieder neu aufgebaut.

        Torii

        Die zinnoberrotfarbene Tori im Meer vor dem Itsukushima-Schrein ist weltweit als ein Symbol Japans bekannt. Bereits zur Heian-Zeit soll es Aufzeichnungen nach ein Torii an dieser Stelle gegeben haben, deren Form und Struktur aber unbekannt sind. Der Bau der jetzigen Tori, der achten seit der Heian-Zeit, begann am 17.Oktober 1874 (Meiji 7) und wurde im Juli 1875 beendet (Meiji 8). Das dazu benötigte Holz wurde in der Kyushu- und der Kagawa-Präfektur in Shikoku, sowie aus Wäldern in der Miyazaki-Präfektur ausgewählt. Die Höhe der Tori beträgt ungefähr 16 Meter. Die Hauptpfeiler sind 13,40 Meter hoch und 9,90 Meter im Durchmesser, der Querbalken ist 23,30 Meter lang. Die Tori ist ca. 212 Meter vom Haiden (der Haupthalle) und 173 Meter vom Hitasaki (der Frontlaterne) entfernt.

        Es ist eines der meistfotografierten Wahrzeichen Japans. Ein solches Tor stellt eine imaginäre Grenze zwischen dem Weltlichen und dem Sakralen dar. Da diese Grenze hier etwa hundertsechzig Meter vor der Insel liegt, wird nicht nur die Heiligkeit des begehbaren Landes, sondern auch die des unbegehbaren Wassers unterstrichen.
        Durch dieses Tor mussten Besucher früher auf die Inseln kommen – bei Flut mit dem Schiff, bei Ebbe zu Fuß. Nur Männern erlaubt, da Frauen aufgrund ihrer Menstruation als unrein galten.

        Die Haupthalle (Honden)

        23,8 Meter breit, 11,6 Meter lang. Aufgrund der geschwungenen Dachform ohne Horn am First nennen Kunstwissenschaftler den Baustil der Haupthalle „Ryônagara-zukuri“. Das Dach ist mit Schindeln aus Zypressenholz bedeckt. Das Gebäude wurde so wie es heute da steht 1571 von Mori-Motonari errichtet. erbaut.

        Hirabutai

        Die Hirabutai (breite Bühne) vor dem Hauptschrein mit einer Fläche von ungefähr 554 Quadratmetern hat eine lange, schmale Verlängerung bis zur Hitasaki (Frontlaterne). Diese Art Steg wurde für die Abfahrt und Ankunft der Schreingottheit während des Kangensais (Musikfest) genutzt. Die zinnoberrote Tori vorn, das blaue Meer, außerdem das grüne Laub des Gebirges, das alles gibt einen phantastischen Gegensatz. Die Anzahl der Grundsteine für die breite Bühne sowie für den Steg beläuft sich auf 239 und man sagt, daß sie alle von Mori-Motonari gestiftet wurden.

        Die Takabutai (Hochbühne) befindet sich in der Mitte auf der breiten Bühne und wurde für Bugaku-Aufführungen (japanischer Hoftanz) genutzt. Die Grundfläche dieser Bühne beträgt ca. 5,20 mal 6,36 Meter. Die gegenwärtige Bühne wurde 1546 (Tenbun 15) errichtet. Sie soll die kleinste Bühne für Bugaku-Aufführungen in Japan sein.

        Noh Butai (Noh Bühne)

        Die Noh Butai (Noh Bühne), errichtet im ichiju kiritsuma Stil, hat wie das Schreingebäude ein mit japanischer Zypresse gedecktes Dach. Ein tsubo (großer mit Wasser gefüllter Topf) wird normalerweise unter dem Fußboden einer Noh-Bühne plaziert um einen guten Nachhall zu erzeugen. Da diese Bühne aber über dem Meer errichtet wurde, konnte ein tsubo nicht benutzt werden. Der Fußboden ist stattdessen so errichtet worden, daß er wie ein einzelnes großes Brett erscheint, um den Klang zu verbessern. Der Fußboden funktioniert ähnlich einer großen Trommel. Interessant sind auch die Tonänderungen mit Ebbe und Flut.
        Der Fußboden ist so konstruiert, die Planken sind regelrecht ‚gespannt“, dass er als Resonanzboden die Töne verstärkt – ähnlich wie das Fell auf einer Trommel.
        Diese No-Bühne ist die einzige No-Bühne Japans, die im Wasser steht. Bei No-Aufführungen sitzen die Zuschauer im Schneidersitz auf ins Meer gebauten Podesten.

        Große Bogenbrücke

        Sie bildete die frühere einzige Verbindung des Schreins zum Ufer. Die große Biegung symbolisiert, dass sie eigentlich nicht zu betreten ist. Dennoch konnte – sollte eine Begehung notwendig sein – eine provisorische Treppe über den Bogen gelegt werden, der die Überquerung erleichterte. Die gegenwärtige Brücke stammt aus dem Jahr 1557.

        Halle der tausend Tatami-Matten (Senjokaku)

        1587 begann Toyotomi Hideyoshi mit dem Bau dieser großen Holzhalle (46,6 m x 28,2 m. Höhe: 17,4 m, Gesamtfläche: 1.314 qm), um dort jeden Monat Sutren verlesen zu lassen, die die Seelen der in Kriegen Verstorbenen besänftigen zu lassen. Bei Hideyoshis Tod 1597 wurde der Bau nicht fortgeführt, sie blieb unvollendet. Seit 1872 gehört sie als Nebenschrein (buddhistischer Ursprung!) zum Itsukushima-Schrein. Einritt: 200 Yen.

        Rote, 5-stöckige Pagode

        Die rote, 5-stöckige Pagode neben der Tausend-Matten-Halle gehört ebenfalls zum Itsukushima-Schrein Sie stammt von 1407. Besonders an der Architektur dieser Halle ist, dass die große Mittelsäule vom Dach herunter nur bis zur ersten Etage reicht. Von dieser Art von Pagoden-Konstruktion gibt es nur 5 Pagoden in Japan. Ihre Höhe ist 27,6 Meter.

        Schatzhaus des Itsukushima-Schreins

        Beim Ausgang direkt gegenüber befindet sich das rot angestrichene Schatzhaus. Der 1934 vollendete Bau beherbergt eine wertvolle Sammlung von Geschenken, die der Schrein über die Jahrhunderte vom Taira-Klan und anderen Gönnern erhielt. (Auf der rechten Seite liegt eine große Wurzel.)

        Geht man die Straße rechter Hand vom Schreinausgang weiter, so kommt bald das Folklore Museum.

        Folklore-Museum

        In einer schönen Villa aus dem 19. Jahrhundert ist eine Sammlung von Kunst, Haushaltsgegenständen und Möbeln untergebracht. Noch weiter geradeaus kommt dann das Aquarium. Es zeigt ca. 350 Sorten von Meeresgetier aus der Inlandsee. Insgesamt 13000 Lebewesen gibt es dort.Geht man nachdem man den Itsukushima-Schrein verlassen hat geradeaus und dann den kleinen Wanderweg nach oben (links von Hauptstraße) geht man Richtung Daisho-In-Tempel. Auf einer Anhöhe kommt zunächst die

        Zweistöckige Pagode (Tahoto)

        Architektur: typisch: Erster Stock ist ein viereckiger Raum, darauf sieht man einen runden Turm mit Dach. Der runde Turm mit Viereckigem Dach ist typisch für eine Tahoto. (Berühmtes Beispiel: Die Asche von Tokugawa Ieyasu ist in einer Bronze Tahoto aufbewahrt, die nur den runden Turm mit viereckigem Dach hat und ein viereckiges Podest).
        Eine Tahoto unterscheidet sich von anderen Pagoden.

        • Sie ist keine Reliquien-Stätte
        • Sie hat nichts mit den 3 bzw. 5 Elementen zu tun.

        Eine Tahoto wird in der Regel nur bei esoterischen buddhistischen Anlagen (shingon, Tendai) gesehen. Übersetzt heißt sie: „Viel (ta) – Schatz (ho) – Turm (to)“. Der Turm der vielen Schätze. Aber das „Viel“ im japanischen wird durch zwei Monde geschrieben. Den sichtbaren und den unsichtbaren Mond, symbolisch für das, was wir sehen und das, was wir nicht sehen. Im esoterischen Buddhismus werden abgesehen von dem historischen Buddha Shakyamuni viele Buddhas (als ‚göttliche Prinzipien’?) angebetet. ‚Taho’ ist der Buddha der vielen Schätze, womit die menschlichen Sinne gemeint sind. Der Gebetsspruch heißt: „namu taho nyôrai“ = „Viele Schätze werden eins“. In den Tahoto-Pagoden befindet sich typischerweise immer ein Abbild von Taho-Nyorai, stellvertretend für die objektive Realität, und dem Shakyamuni, stellvertretend für die subjektive Weisheit. Sie zusammen beten die im esoterischen Buddhismus so wichtige Lotussutra.

        Daishô-in Tempel

        Dieser Tempel gehört zur esoterischen Shingon-Sekte. Die Priester beten in der ‚Original-Sprache’ Sanskrit. Wichtigstes Gebet ist „Nam Honzon Kaie“ = „Ich übergebe mich an alle Gottheiten“.
        Der Daishô-In pflegt den Synkretismus, die Vereinbarkeit von Buddhismus und Shintoismus. Er hat engste Beziehungen zum Itsukushima-Schrein, und man sagt, sie hätten dieselbe Kundenkarte, im Schrein wird geheiratet, im Daishôin wird gestorben.

        Das weitläufige Tempelareal hat interessante, eher bunte Stationen:

        • Shaka-Schüler: 500 kleine Statuen (zum Kaufen)
        • Sutren-Dreh-Rollen am Geländer
        • Sand-Mandala
        • Zweig vom Besuch des Meiji-Kaisers 1885
        • 7 Glücksgötter: Geld werfen
        • Halle der 88-Tempel, Pilgerpfad auf Shikoku
        • Halle mit dem schlafenden Buddha und seinen 16 Schülern
        • Buddhistische Geisterbahn.

        Der Berg Misen

        Der 530 m hohe Berg Misen (弥山; misensan), auf den eine Seilbahn führt, ist vollständig mit Wald bedeckt und die höchste Erhebung in der gesamten Präfektur Hiroshima. Der Berg ist bekannt für seine Felsenaffen, die sich vor allem an der Bergstation der Seilbahn frei und ohne Scheu zwischen den Besuchern bewegen.. Der Aufstieg zur Erhebung zum Heiligen Feuer ist eine der schönsten Wanderungen auf Miyajima. Der steile Teil der Wanderung kann alternativ auch mit einer Drahtseilbahn bewältigt werden. Von der Station aus sind es noch 15 Minuten bis zum Gipfel, wo man eine herrliche Aussicht auf die Inselwelt und Hiroshima hat.

        In alter Zeit durfte Itsukushima nicht betreten werden, denn alles an der Insel gehörte den Göttern -- oder war selber Gott. So glaubten es die Anhänger des Shinto, der alten Ahnen- und Naturreligion. Um so mehr fühlten andere sich gedrängt, ihren Fuß auf die Insel zu setzen, vor allen vielleicht der buddhistische Mönch Kukai, der Itsukushima im Jahr 806 auf dem Wege von China nach Kyoto aufsuchte. Er entzündete ein Feuer auf dem Gipfel des Bergs Misen und kochte Wasser in einem großen eisernen Topf. Seither haben seine Jünger das Feuer nicht ausgehen lassen und das Wasser immer nachgegossen.
        Mag sein, dass Kukai auf den Berg gestiegen war, um zu zeigen, dass es keine verbotenen Berge geben könne für die Jünger des Gautama Buddha, denn alles Irdische ist gleichviel wie nichts. Aber auch ihn wird die sprechende Natur dieser Insel nicht unberührt gelassen haben. Jeder Baum, jeder Stein scheint hier eine besondere Form zu haben.
        Nichts ist einfach nur da, alles scheint -- erschaffen.

        Nützliche Links

        Bilder von Miyajima
        Miyajima; (jap. 宮島;, wörtl. Schrein-Insel; anderer Name: 厳島; itsukushima)  gehört zusammen mit Amanohashidate und Matsushima zu den drei schönsten Landschaften Japans. Die Insel liegt etwa zwanzig Kilometer westlich von Hiroshima unmittelbar vor der Küste von Honshū in der Seto-Inlandsee und ist ca. 30 km² groß. Auf ihr befindet sich Miyajima-cho (宮島町), eine Kleinstadt mit ca. 2.000 Einwohnern.