Japans Geschichte – die Showa-Zeit

Die Showa-Zeit (japanisch: 昭和時代; showa jidai) bezeichnet die Regierungszeit des japanischen Kaisers Hirohito von 1926 bis 1989. Charakteristisch für die erste Hälfte dieser Epoche war die Radikalisierung der japanischen Außenpolitik.

        Obwohl Kaiser Hiroito eine pazifistische Grundhaltung einnahm, gab er dem Einfluß der Militärs nach. Die Folge war die Besetzung der Mandschurei und anderer Gebiete in Südostasien. Nach dem Motto: Asien den Asiaten betrieb er eine extrem militaristische Expansionspolitik.

        Japans Austritt aus dem Völkerbund 1933 markierte die totale Hinwendung zu militärischem und imperialistischem Handeln. 1937 begann der zweite chinesisch-japanische Krieg, und Japan dehnte seinen Herrschaftsbereich über ganz Südostasien aus. Nachdem 1940 der Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien geschlossen wurde, betrat die japanische Armee 1941 die Weltbühne des zweiten Weltkrieges. Auftakt war der Angriff auf Pearl Harbour. Der Krieg im Pazifik dauerte über drei Jahre und endetet letztlich mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki.

        In einer Radiobotschaft verkündete Kaiser Hiroito im August 1945 die bedingungslose Kapitulation seines Landes. Ein Novum, denn noch nie hatte ein japanischer Kaiser persönlich zu seinem Volk gesprochen. Er gab bei dieser Gelegenheit auch den Anspruch auf Göttlichkeit auf, damit der Aufbau einer friedlichen und demokratischen Grundordnung ermöglicht wurde. Zunächst aber besetzten die USA die japanischen Inseln – die erste Besetzung der japanischen Geschichte.

        Nach 1945 gelang Japan ein unvergleichliches Wirtschaftswunder; das Land entwickelte sich zur zweitgrößten Weltwirtschaftsmacht. Politisch fanden die Japaner in dieser Zeit den Weg zurück in die Weltgemeinschaft: sie gewannen 1952 ihre Souveränität zurück; die amerikanische Besetzung endete mit dem Friedensvertrag von San Franzisko. 1956 trat der Inselstaat den Vereinten Nationen bei, und der Friedensvertrag mit der Volksrepublik China im Oktober 1978 markierte das Ende einer langen Feindschaft.

        Als Kaiser Hiroito 1989 starb, war er beim japanischen Volk unumstritten und hoch geachtet; nach japanischem Brauch trug er nun selbst den Namen “Showa”, der “Erleuchtete Frieden”.