Vulkane in Japan

Neben aktuellen Meldungen aus Hawaii, wo sich gefährliche Lava durch Bodenrisse zieht, bebte auch im Januar 2011 in Japan erneut die Erde. Ein Ausbruch des Shinmoedake Vulkans auf der südjapanischen Insel Kyushu wird erwartet, der 52 Jahre nicht mehr aktiv war und eine Höhe von 1421 Metern hat. Schon im November 2010 spuckten neben Bali in Indonesien auch in Japan mehrere Vulkane mächtige Aschewolken und kleinere Felsbrocken in die Luft und behinderten dadurch erheblich den Luftverkehr.

        Vulkane in JapanGerade wenn man von Vulkanen spricht, neigt sich der Blick gerne Richtung Japan. Dort finden sich etliche Vulkane und vollziehen sich mitunter auch die gefährlichsten Ausbrüche. Das liegt daran, weil Japan ein Inselstaat ist, der insgesamt aus 3922 einzelnen Inseln besteht. Darauf verteilt finden sich 265 Vulkane, wobei der höchste Vulkan Japans der Fudschijama ist und eine Höhe von 3776 Meter aufweist. Der seit 1707 zur Ruhe gekommene Berg liegt von fünf Seen umgeben und ist einer der drei heiligen Berge Japans und Teil des Fuji-Hakone-Izu-Nationalparks. Er schläft jedoch nicht, ruht höchstens und gilt immer noch als aktiv mit geringem Risiko zur Eruption.

        Tektonische Platten

        Die meisten Vulkane befinden sich an den Rändern von Platten oder ähnlichen Schwachstellen der Erdkruste. Da die Erde nicht aus einer äußeren und zusammenhängenden Schale besteht, sondern aus verschiedenen tektonischen Platten, die die Lithosphäre bilden, wobei “lithos” im Griechischen Stein und “sphaira” Kugel heißt, kann der Boden jederzeit erschüttert werden. Die tektonischen Platten sind ständig in Bewegung, reiben und stoßen aneinander, damit verkleinern und vergrößern sich die Zwischenräume oder bilden sich völlig neu. Diese Teile in ihrer Bewegung liegen auf der sich darunter befindenden, etwas tiefer liegenden Erdschale, die Asthenosphäre heißt, was im Griechischen “asthenos”, also “weich” bedeutet.
        Wenn zwei dieser tektonischen Platten nun aufeinander prallen, überlagert eine die andere und das Gestein der unteren Platte schmilzt. Der geschmolzene und steinerne Rest steigt auf, durchdringt die obere Lithosphärenplatte und bildet am Rand entlang mehrere Erhebungen, die nichts anderes als Vulkane sind. Gleiches geschieht, wenn sich zwei Lithosphärenplatten voneinander weg bewegen. Auch dort schmilzt das Gestein und es bilden sich neue Vulkane.

        Tektonische Platten – Lage Japans

        Japan nun liegt an einer sogenannten geologischen Bruchzone von drei tektonischen Platten. Die Philippinische Platte verschwindet unter der Eurasischen Platte im Süden, die Pazifische Platte schiebt sich unter die beiden anderen im Osten, was zur Folge hat, dass die Erde sehr häufig bebt und sich daraus Ketten an Vulkanen bilden. Man bezeichnet dieses Gebiet daher auch nicht umsonst als „Pazifischen Feuerring“.

        Was passiert bei einem Vulkanausbruch?

        Bei einem Vulkanausbruch verändert sich die Höhe der Vulkane, da sie sich bei einem Ausbruch sowohl durch das ausgeworfene Material vergrößern können, als auch verkleinern, wenn die Kraterränder einbrechen und zusammenfallen. Vulkane können über viele Jahre lang aktiv und gefährlich bleiben, auch wenn sich keine Aschewolken bilden. Dabei lassen sich oftmals Fumarolen beobachten, worunter man Löcher oder Spalten versteht, aus denen Dampf oder Gase, kochendes Wasser und sogar zäher Schlamm austreten.

        Aktive Vulkane in Japan

        Etwa 40 aktive Vulkane gibt es in Japan. Das sind in etwa zehn Prozent aller aktiven und damit auch gefährlichen Vulkane der Welt, die oftmals Stärken von 4 bis 6 auf der Richterskala aufweisen. Dazu gehört z. B. der Aso, der sich im Osten der Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyūshū befindet und zu den größten der Inseln zählt. Er brach 1993 das letzte Mal aus. Dazu gehört weiterhin der ständig aktive Vulkan Sakurajima im Nordteil der Bucht von Kagoshima, dessen Name wörtlich übersetzt “Kirschblüteninsel” heißt, der Nasu, der Bandai und der Adatara auf Honshu, wobei letzterer das letzte Mal 1990 ausbrach, der Akan und Shikotsu auf Hokkaido, der Asama-yama, der ebenfalls 1990 ausbrach, der Vulkan Unzen auf der Shimabara-Halbinsel, bei dessen Eruption 1991 43 Menschen ums Leben kamen, der Usu auf Hokkaido, der 2000 ausbrach, der im Augenblick besorgt beobachtete und Aschewolken spuckende Shinmoedake und natürlich der Fuji, dessen Ruhe trügerisch bleibt.